1BP-LSD Dosierung: Von Microdosing bis zur vollen psychedelischen Erfahrung
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Bei kaum einer Substanz liegen Wirkung und Risiko so nah beieinander wie bei Lysergamiden.
Bereits winzige Mengen können, wie auch der Entdecker des LSD-25, der Chemiker Albert Hofmann, selbst erfahren durfte, spürbare Veränderungen im Erleben auslösen, während geringfügige Abweichungen in der Dosierung den Charakter einer Erfahrung grundlegend verändern.
Insbesondere bei einer Forschungschemikalie wie 1BP-LSD kommen durch die Herstellung bedingte, zusätzliche chemische Faktoren ins Spiel, die eine intuitive Einschätzung der Dosis erschweren.
Gleichzeitig erfreuen sich Konzepte wie Microdosing zunehmender Beliebtheit, obwohl ihre tatsächliche Wirkung wissenschaftlich noch kontrovers diskutiert wird.
Dieser Artikel beleuchtet, wie sich unterschiedliche Dosisbereiche auf die Effekte auswirken, welche Besonderheiten bei 1BP-LSD zu beachten sind und warum eine informierte Herangehensweise entscheidend ist.
Viel Vergnügen beim Lesen!
Hinweis: 1BP-LSD ist nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt. Alle beschriebenen Inhalte basieren auf wissenschaftlichen Quellen oder subjektiven Erfahrungsberichten und sind nicht als Anleitung oder Empfehlung zu verstehen.
Der berühmte Satz von Paracelsus – „Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift sei“ – ist bei kaum einer Substanz so zutreffend wie bei Lysergamiden.
LSD ist eine der potentesten bekannten psychoaktiven Substanzen, deren Wirkungsspektrum sich über mehrere Größenordnungen erstreckt.
Bereits Dosen im Bereich von 20-25 Mikrogramm (µg) – das entspricht dem Gewicht einiger weniger Salzkörner – können spürbare Wahrnehmungsstörungen hervorrufen.
Eine typische rekreative oder therapeutische Dosis, die einen vollen psychedelischen Rausch auslöst, liegt im Bereich von 75-150 µg.
Da 1BP-LSD ein Prodrug für LSD ist, muss bei der Dosierung ein wichtiger chemischer Faktor berücksichtigt werden: die unterschiedliche molare Masse. Die molare Masse sagt, wie viel eine feste Standardanzahl von Molekülen (1 Mol) in Gramm wiegt.
Das LSD-Molekül hat eine molare Masse von 323,4 g/mol. Das 1BP-LSD-Molekül, das die zusätzliche Seitengruppe mit einem borhaltigen Heterozyklus trägt, ist schwerer und kommt auf eine höhere molare Masse von 609,62 g/mol. Das bedeutet, um eine äquivalente Menge an aktiven LSD-Molekülen im Gehirn zu erhalten, muss man eine gewichtsmäßig höhere Dosis 1BP-LSD einnehmen.
Ausgehend von einer vollständigen Umwandlung im Körper lässt sich das Verhältnis mittels eines einfachen Dreisatzes ermitteln. Eine Dosis von 100 µg LSD entspricht also theoretisch etwa 188 µg 1BP-LSD. Dies bedeutet für den Anwender, dass die Dosis von 1BP-LSD um das ca. 1,9-fache erhöht werden muss, um in etwa die gleiche Wirkung wie bei LSD zu erzielen.
Diese Diskrepanz zwischen der chemischen Realität und der Kennzeichnung auf dem unregulierten Markt birgt ein echtes Risiko für eine unbeabsichtigte Unter- oder Überdosierung.
In den letzten Jahren hat das Konzept des „Microdosing“ enorme Popularität erlangt.
Die Idee dahinter ist, eine winzige, sub-perzeptuelle Dosis einer psychedelischen Substanz regelmäßig einzunehmen, um von potenziellen positiven Effekten auf Stimmung, Kreativität und kognitive Leistungsfähigkeit zu profitieren, ohne dabei eine psychedelische Erfahrung zu durchleben.
Eine Mikrodosis wird typischerweise als 5-10 % einer vollen rekreativen Dosis definiert.
Für LSD-25 entspricht dies einem Bereich von etwa 5-20 µg. Um eine Toleranzentwicklung zu vermeiden, wird von einer täglichen Einnahme abgeraten. Stattdessen haben sich verschiedene Protokolle etabliert:
Das Fadiman-Protokoll: Ein Tag Einnahme, gefolgt von zwei Tagen Pause. Dies ist das bekannteste Protokoll.
Jeden zweiten Tag: Eine Einnahme alle zwei Tage.
Werktags-Protokoll: Einnahme von Montag bis Freitag, mit einer Pause am Wochenende.
Die anekdotischen Erfahrungsberichte von Anwendern sind oft enthusiastisch und beschreiben eine verbesserte Stimmung, gesteigerte Konzentration, erhöhte Kreativität und eine Abnahme von depressiven Symptomen oder Angst.
Die wissenschaftliche Evidenz ist jedoch weitaus zurückhaltender. Mehrere doppelblinde, placebokontrollierte Studien konnten viele dieser behaupteten Vorteile nicht bestätigen. Die beobachteten positiven Effekte waren oft nicht signifikant von denen der Placebogruppe zu unterscheiden, was darauf hindeutet, dass der sogenannte Erwartungs- oder Placeboeffekt eine große Rolle spielen könnte.
Die aktuelle Psychedelika-Forschung beleuchtet eine zentrale Diskrepanz: Subjektive Erfahrungen mit Microdosing lassen sich oft nicht objektiv messen. Möglicherweise sind die Effekte zu subtil oder zu individuell, um mit herkömmlichen psychometrischen Tests erfasst zu werden.
Eine andere Erklärung könnte sein, dass der Glaube an die Wirkung selbst der entscheidende Faktor ist. Unabhängig davon bleibt Microdosing ein fesselndes Phänomen, das die Bereiche Selbstoptimierung, Psychopharmakologie und Placebo-Forschung miteinander verbindet. Die wissenschaftliche Nachweisbarkeit und eine neutrale Bewertung bleiben schwierig.
Weitere Ergebnisse aus Studien könnten zukünftig neue Daten und Antworten zu Mikrodosing hervorbringen.
Jenseits der Mikrodosis beginnt das Spektrum der psychedelischen Erfahrung. Die Intensität und Art der Wirkung sind stark dosisabhängig. Basierend auf der umfangreichen Forschung und den Erfahrungen mit LSD lassen sich die Dosen in verschiedene Kategorien einteilen, die als Referenz für 1BP-LSD (unter Berücksichtigung des Faktors 1,9 für die Wirkstoffmenge) dienen können.
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Erfahrungsstufe |
LSD Dosis (µg) |
Erwartete Effekte |
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Microdose |
5-20 |
Unterschwellig, keine psychedelischen Effekte. Von Anwendern berichtete Effekte auf Stimmung und Kognition, wissenschaftlich umstritten. |
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Schwellenwert |
20-30 |
Leichte Euphorie, milde Veränderungen in der Wahrnehmung, gesteigerte Sinnesschärfe. Kaum visuelle Effekte. |
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Leichte Dosis |
30-75 |
Deutliche Veränderungen in Stimmung und Wahrnehmung. Leichte visuelle Effekte (z.B. intensivere Farben, leichte Muster bei geschlossenen Augen). Gedankenfluss ist verändert, aber noch kontrollierbar. |
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Standard-Dosis |
75-150 |
Volle psychedelische Erfahrung. Starke visuelle Effekte, tiefgreifende Veränderungen im Denken, starke emotionale Reaktionen, mögliche Ego-Auflösung. Dies ist der typische Bereich für therapeutische und rekreative Zwecke. |
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Starke Dosis |
150-250 |
Sehr intensive und oft überwältigende Erfahrung. Starke visuelle und auditive Halluzinationen, vollständige Ego-Auflösung, mystische oder spirituelle Erfahrungen sind wahrscheinlich. Das Risiko für Angst und Verwirrung steigt deutlich an. |
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Heroische Dosis |
250+ |
Extrem tiefgreifende und unvorhersehbare Erfahrung. Vollständige Trennung von der gewohnten Realität. Nur für sehr erfahrene Personen in einem extrem sicheren und betreuten Umfeld empfohlen. Das Risiko für eine psychisch belastende Erfahrung ist sehr hoch. |
Es ist entscheidend zu verstehen, dass „mehr“ nicht zwangsläufig „besser“ bedeutet. Studien haben gezeigt, dass höhere Dosen (z.B. 200 µg im Vergleich zu 100 µg) zwar die Wahrscheinlichkeit für tiefgreifende Erfahrungen wie die Ego-Auflösung erhöhen, aber auch das Risiko für Angst und unangenehme Gefühle signifikant steigern.
Die Wahl der Dosis sollte daher immer sorgfältig und unter Berücksichtigung der eigenen Erfahrung, der individuellen Situation, des Sets und des Settings getroffen werden.
Die präzise Dosierung von Substanzen, die in Mikrogramm gemessen werden, ist außerhalb eines Labors eine enorme Herausforderung und birgt erhebliche Risiken. Dies gilt insbesondere für Produkte vom unregulierten „Research Chemical“-Markt.
Ein Hauptproblem ist die ungleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs auf Löschpapier (Blotter). Die angegebene Dosis ist oft nur ein Durchschnittswert, und einzelne Abschnitte („Tabs“) können erheblich mehr oder weniger Wirkstoff enthalten. Eine grundlegende Harm-Reduction-Regel lautet daher:
„Start low, go slow.“ Man sollte niemals mit einem ganzen Blotter einer unbekannten Charge beginnen, sondern immer erst mit einem kleinen Teil (einem Viertel oder einer Hälfte), um die Potenz abzuschätzen und eine unerwartet starke Reaktion zu vermeiden. Drug Checking kann zudem bei der Einordnung unbekannter Drogen helfen.
Für das Microdosing, wo Präzision noch wichtiger ist, hat sich die Methode der volumetrischen Dosierung etabliert. Dabei wird ein Blotter mit einer bekannten Gesamtdosis (z.B. 100 µg) in einer definierten Menge einer Flüssigkeit, in der sich die Substanz löst (z.B. 10 ml destilliertes Wasser oder hochprozentiger Alkohol), aufgelöst. Nach vollständiger Auflösung enthält jeder Milliliter der Lösung genau 10 µg des Wirkstoffs. Mit einer präzisen Spritze oder Pipette können dann exakte Mikrodosen abgemessen werden. Diese Methode eliminiert das Problem der ungleichmäßigen Verteilung auf dem Blotter und ist der Goldstandard für eine sichere und konsistente Dosierung im Heimbereich.
Die Auseinandersetzung mit der Dosierung von 1BP-LSD zeigt eindrücklich, wie stark psychedelisches Erleben von feinsten Mengenunterschieden abhängt. Sie ist die Grundlage des verantwortungsbewussten LSD-Konsums von LSD-Derivaten wie 1BP-LSD, 1S-LSD oder 1CP-LSD.
Durch die höhere molare Masse der Prodrug 1BP-LSD ergibt sich eine relevante Diskrepanz zwischen nomineller und tatsächlich wirksamer Dosis, die im unregulierten Markt ein reales Risiko darstellen kann.
Auch die Konsumform hat Einfluss auf die Wirkung. Während Microdosing beim Konsum von LSD weiterhin viele Anwendende fasziniert, bleibt die wissenschaftliche Evidenz bislang zurückhaltend und verweist auf die Bedeutung von Erwartungseffekten.
Im psychedelischen Dosisbereich gilt bei Halluzinogenen zudem, dass intensivere Erfahrungen zwar wahrscheinlicher werden, gleichzeitig aber auch das Risiko psychischer Belastung deutlich steigt.
Unabhängig vom gewünschten Wirkprofil bleibt eine sorgfältige Dosierung in Verbindung mit Harm-Reduction-Prinzipien der zentrale Schlüssel für einen verantwortungsvollen Umgang und einen Trip ohne unerwünschte Nebenwirkungen.