1SB- und 1S-LSD verboten: Warum die bekannten LSD-Derivate inzwischen illegal sind
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Über viele Monate galt 1S-LSD in der psychonautischen Community als eines der gefragtesten modernen Psychedelika.
Forschende sahen darin eine spannende Möglichkeit, das Wirkprofil klassischer Lysergamide legal untersuchen zu können. Diese Phase fand jedoch Ende 2025 ein abruptes Ende: Mit einer Anpassung des Neue-Psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) wurden der Verkauf, Besitz und Gebrauch von 1S- und 1SB-LSD untersagt.
Der folgende Artikel wirft einen Blick auf die aktuelle Regelung und erläutert, wie es im Rahmen der Drogenpolitik in Deutschland zu diesem Schritt kam, was die Substanzen ursprünglich so attraktiv machte und welche Alternativen auf dem Markt seitdem verfügbar sind.
Hinweis: 1SB-LSD ist nicht für den menschlichen Konsum bestimmt. Alle beschriebenen Inhalte basieren auf wissenschaftlichen Quellen oder subjektiven Erfahrungsberichten und sind nicht als Anleitung oder Empfehlung zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis:
Bei 1S-LSD und 1SB-LSD handelt es sich um synthetische Derivate des klassischen Wirkstoffs Lysergsäurediethylamid. Die chemische Struktur ist leicht verändert, liegt jedoch so nah am bekannten LSD-Molekül, dass die erlebten Effekte im Kern ähnlich beschrieben werden. Genau diese Nähe zur Grundsubstanz verschaffte 1S-LSD und 1SB-LSD über längere Zeit einen legalen Graubereich, der die wissenschaftliche Erforschung begünstigte.
Die entscheidende Frage – ob die Derivate heute noch legal sind – lässt sich leider eindeutig mit “Nein” beantworten. Für viele klingt das nach einer, im wahrsten Sinne des Wortes, ernüchternden Antwort.
Über viele Monate nutzte die psychedelische Community eine Gesetzeslücke, da 1S-LSD und 1SB-LSD nicht explizit im NpSG oder BtMG genannt waren. Dies änderte sich 2025, als der Gesetzgeber die Strukturgruppen erweiterte und damit sämtliche bislang bekannten LSD-Derivate einschloss. Seitdem das Gesetz in Kraft getreten ist, gelten Herstellung, Handel, Besitz und Weitergabe als strafbar.
Trotz dieser Verschärfung reagierten herstellende Labore und Händler rasch. Mit 1BP-LSD erschien ein neues Derivat, dessen chemischer Aufbau nicht unter die aktualisierten Regelungen fällt und das daher, im Gegensatz zu 1S-LSD, weiterhin legal erhältlich ist.
1S-LSD wirkt, indem es an bestimmte Serotonin-Rezeptoren andockt. Durch die Interaktion mit diesen 5-HT2A-Rezeptoren, die auch für die Regulation von Stimmung, Schlaf-Wach-Rhythmus und Antrieb eine Rolle spielen, entfalten LSD-Derivate ihre typische Wirkung.
Durch die im Körper stattfindende Verstoffwechselung der sogenannten Prodrug, als die ein legales LSD-Derivat in aller Regel fungiert, entsteht ein Wirkprofil, das dem des Originals LSD-25 stark ähnelt: intensiv, oft farbenreich und mit einer deutlichen Veränderung der Wahrnehmung verbunden.
Die Bandbreite der berichteten Wirkeffekte ist groß. Dazu zählen:
Veränderte Sinneswahrnehmung
Von vielen Forschenden werden Farben als lebendiger erlebt, Oberflächen können tanzend wirken. In vielen Berichten tauchen visuelle Muster, starke Farbverschiebungen oder sogar synästhetische Überlagerungen auf – etwa das „Schmecken“ von Farben oder das „Sehen“ von Musik.
Steigerung kreativer Impulse
Zahlreiche Kreative beschrieben unter 1S-LSD neue gedankliche Zugänge oder ungewöhnliche Ideen. Diese gesteigerte Inspiration führte dazu, dass das Derivat in künstlerischen und produktiven Kontexten häufig eingesetzt wurde.
Innere Einsichten und emotionale Tiefe
Viele Nutzer berichteten von einer stärkeren Verbindung zur eigenen Innenwelt. Durch die intensivierte Selbstwahrnehmung konnten festgefahrene Perspektiven aufgebrochen und persönliche Muster klarer erkannt werden.
Verbesserte soziale Resonanz
Durch die gesteigerte Sensibilität und Empathiefähigkeit können laut Erfahrungsberichten in sozialen Settings tiefere Gespräche zustande kommen, die die Beziehung zwischen Menschen stärken können.
Neben klassischen Voll-Dosen gewann besonders das LSD Microdosing an Bedeutung. Beim Microdosing wird nur ein Bruchteil einer üblichen Menge genutzt, wodurch keine psychedelische Hauptwirkung (also kein “Trip”) eintritt, jedoch leichte Veränderungen spürbar sein können.
Privat Forschende beschrieben unter dieser alltagstauglichen Anwendung unter anderem:
mehr geistige Klarheit
höhere Motivation
einen ausgeglicheneren emotionalen Grundzustand
Auch nach dem Verbot besteht weiterhin Interesse an dieser Form der Anwendung – nun jedoch überwiegend auf Basis des legalen Derivats 1BP-LSD, das ein vergleichbares Profil aufweist.
Obwohl das Verbot 2025 für beträchtliche Unruhe innerhalb der Community sorgte, kam die Forschung mit LSD-Abwandlungen nicht zum Stillstand.
Speziell 1BP-LSD rückte als neue Prodrug schnell in den Fokus, da es in Wirkung und intensiver Wahrnehmungsqualität eng an bekannte LSD-Varianten anschließt, jedoch aktuell (Stand: 12/2025) nicht unter das NpSG oder das Betäubungsmittelgesetz fällt.
Somit können Interessierte bei deutschen Händlern bis auf Weiteres 1BP-LSD legal kaufen und erforschen. Auch Besitz und Konsum sind somit momentan nicht verboten.
Die Entscheidung zum Verbot von 1S- und 1SB-LSD hat die Szene verändert, den wissenschaftlichen Austausch rund um psychedelische Drogen jedoch nicht zum Erliegen gebracht.
Mit neuen LSD-Derivaten wie 1BP-LSD bleibt Raum für Erkenntnisgewinn, für kreative Impulse und für das Erleben veränderter Bewusstseinszustände.
Wie lange diese Substanzen legal bleiben, ist ungewiss. Es besteht jederzeit die Gefahr, dass zuständige Behörden oder die Bundesregierung neue Verbotsverfahren, Verordnungen oder eine erneute Änderung des Neue-Psychoaktive-Stoffe-Gesetzes anstoßen. Die Aufnahme von 1BP-LSD in das NpSG und ein daraus folgendes Verbot sind also jederzeit möglich.
Sicher ist jedoch: Die Forschung wird Wege finden, sich weiterzuentwickeln – unabhängig von regulatorischen Schwankungen. Es besteht die Hoffnung, dass die Verfügbarkeit von legalen LSD-Derivaten auch weiterhin sichergestellt werden kann.