1Fe-LSD und 1SB-LSD: Unterschiede & Gemeinsamkeiten der beiden Substanzen
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1Fe-LSD und 1SB-LSD zählen zu einer neueren Generation von LSD-Derivaten, die vor allem im Kontext von Forschung, Gesetzgebung und Psychonautik-Szene kontrovers diskutiert werden.
Beide Verbindungen beruhen, wie zahlreiche frühere LSD-Analoga, auf demselben Lysergamid-Grundgerüst, variieren jedoch in den angefügten Seitengruppen. Diese strukturellen Abwandlungen wirken sich mutmaßlich sowohl auf pharmakologische Eigenschaften als auch auf die rechtliche Einordnung aus.
Erste Erfahrungsberichte und theoretische Überlegungen deuten darauf hin, dass sich Wirkverlauf und Metabolisierung leicht von LSD-25 sowie von bekannten LSD-Derivaten unterscheiden könnten.
Die im folgenden Artikel vorgenommene Betrachtung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden soll dabei helfen, 1SB-LSD und 1Fe-LSD objektiver zu bewerten und voneinander zu differenzieren.
Viel Spaß beim Lesen des Blogbeitrags!
Hinweis: 1SB-LSD und 1Fe-LSD sind nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt. Alle beschriebenen Inhalte basieren auf wissenschaftlichen Quellen oder subjektiven Erfahrungsberichten und sind nicht als Anleitung oder Empfehlung zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis:
Mit der Einführung des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) im Jahr 2016 verfolgte die deutsche Drogenpolitik das Ziel, der stetigen Flut neuer Research Chemicals wirksamer zu begegnen. Zu diesem Zweck werden fortlaufend weitere Substanzen und deren Abwandlungen per Verordnung in die entsprechenden Verbotslisten aufgenommen.
In der Praxis hat sich dieses Vorgehen des Bundesgesundheitsministeriums zur Eindämmung von Konsum und Missbrauch psychoaktiver Stoffe jedoch zu einem regelrechten Wettbewerb zwischen Gesetzgeber und der psychedelischen Szene entwickelt.
In den vergangenen Jahren wurden bereits zahlreiche LSD-Derivate verboten, darunter etwa 1D-LSD, 1V-LSD, 1T-LSD, 1cP-LSD und 1SB-LSD. Gleichzeitig folgte auf jedes Verbot meist zeitnah eine neue, rechtlich zulässige Variante, die den Umgang mit LSD-ähnlichen Substanzen wieder straffrei möglich machte. Diese Situation setzt sich seit nunmehr 10 Jahren weiter fort.
Die Effekte moderner LSD-Derivate wie 1Fe-LSD, 1BP-LSD, 1B-LSD oder 1SB-LSD ähneln grundsätzlich der Wirkung der verbotenen Droge Lysergsäurediethylamid (LSD).
Die legalen LSD-Alternativen werden gezielt so entwickelt, dass sie im Organismus als sogenannte Prodrugs fungieren. Das heißt, dass sie ihre eigentliche Wirkung erst nach bestimmten Stoffwechselprozessen entfalten.
Konkret bedeutet das, dass das jeweilige LSD-Analogon im Körper schrittweise in klassisches LSD umgewandelt wird und in der Folge ähnliche psychoaktive Effekte hervorruft. Durch zusätzliche Molekülbestandteile, die zunächst abgespalten werden müssen, kann sich der Wirkeintritt im Vergleich zu LSD-25 leicht verzögern.
Nach der Verstoffwechselung interagieren diese Derivate mit bestimmten Rezeptorsystemen im Gehirn. Insbesondere die Bindung an den 5-HT2A-Serotoninrezeptor gilt als zentraler Auslöser der halluzinogenen Wirkung, die sich gemäß Erfahrungsberichten in erweiterten Bewusstseinszuständen und einer veränderten Wahrnehmung äußern kann.
In ungünstigen Fällen können dabei auch subjektiv belastende, zeitlich begrenzte Erfahrungen auftreten, die von Anwendern häufig als sogenannte „Horrortrips“ beschrieben werden.
Die neue Forschungschemikalie 1Fe-LSD bezeichnet die Substanz 1-(Ferrocencarbonyl)-LSD, eine LSD-Prodrug, die Ende 2025 parallel zu 1BP-LSD als Nachfolger bereits verbotener LSD-Analoga präsentiert wurde.
Wie bei zahlreichen zuvor verfügbaren LSD-Analoga ist auch bei 1Fe-LSD eine zusätzliche Seitenkette über eine Amidbindung an das Grundmolekül gekoppelt. Die Neuheit bei 1Fe-LSD ist die Addition der Eisenverbindung Ferrocen an den Indolring, die zudem vermutlich für die charakteristische orangene Färbung der Blotter, Pillen und Pellets verantwortlich ist.
1-(4-(trimethylsilyl)benzoyl)-LSD, in der Kurzform auch 1SB-LSD genannt, ist eine moderne Forschungschemikalie.
Wie bei vielen, zuvor verfügbaren LSD-Derivaten, ist auch bei 1SB-LSD eine zusätzliche Seitenkette über eine Amidbindung am Indolring an das Grundmolekül gekoppelt. Die Besonderheit dieser Verbindung ist die chemische Zusammensetzung dieser Modifikation: Es befindet sich eine 4-trimethylsilyl-Gruppe am Benzylring.
1Fe-LSD ist, neben 1BP-LSD, das aktuellste, verfügbare LSD-Derivat. Es wurde nach dem im November 2025 beschlossenen Verbot von 1S-LSD und 1SB-LSD auf den Markt gebracht und ist nach momentanem Stand (01/2026) in Deutschland legal verfügbar, da es weder unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG), noch unter das Arzneimittelgesetz oder das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) fällt.
Wie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, wurde die Substanz 1SB-LSD in Deutschland zusammen mit 1S-LSD durch eine Änderung des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) im November 2025 verboten. Das endgültige Verkaufs- und Weitergabeverbot ist im Dezember 2025 in Kraft getreten. Seit dem sind beide LSD-Analoga nicht mehr legal auf dem Markt erhältlich.
Die Entstehung von Forschungschemikalien wie 1P-LSD, 1SB-LSD oder 1Fe-LSD ist als direkte Reaktion auf die Maßnahmen der Drogenpolitik zu verstehen.
Ihre Konzeption erfolgt nach dem "legal-by-design"-Prinzip, das heißt, dass bei der Entwicklung und Herstellung nicht die Pharmakologie oder die Sicherheit die Hauptkriterien sind, sondern dass das klare Ziel verfolgt wird, eine legale Substanz zu kreieren.
Um immer wieder Substanzen anbieten zu können, die nicht unter die geltenden Verbote fallen, wird die Grundstruktur eines Moleküls verändert, ohne dass seine ursprüngliche Wirkung dabei nennenswert beeinflusst wird. Genau diese Bestrebungen haben auch zur Entstehung von 1SB-LSD und 1Fe-LSD geführt.
Auf diesem Wege entstehen, dank der Bemühungen verschiedener Hersteller, LSD-Derivate wie 1Fe-LSD, 1BP-LSD oder 1SB-LSD, die es Psychonautik-Interessierten und anderen Forschenden ermöglichen, die halluzinogenen Effekte von Psychedelika zu entdecken, ohne dafür eine verbotene Droge erwerben zu müssen und damit rechtliche Risiken einzugehen.