Risiko beim Drogentest? Alles zur Nachweisbarkeit von Iboga & Ibogain - MODERNmind | Psychedelics & Retreats für dein Wohlbefinden

Risiko beim Drogentest? Alles zur Nachweisbarkeit von Iboga & Ibogain

Written by: Natascha

|

|

Time to read 4 min

Die Wirkung von Iboga wird in zahlreichen Studien und Erfahrungsberichten als suchtbrechend und hilfreich bei diversen psychischen Erkrankungen beschrieben. Kein Wunder, dass die afrikanische Pflanze mit ihrem Hauptwirkstoff Ibogain so viel Aufmerksamkeit erregt. 


Dabei sorgt kaum ein Thema in der psychedelischen Forschung für so viel Neugier wie die Frage, ob und wie sich eine Substanz im Körper nachweisen lässt – und das gilt natürlich auch für Iboga bzw. Ibogain.


Während klassische Drogentests meist nur auf bekannte und verbreitete Substanzen wie THC oder Kokain reagieren, bleibt Iboga oft im Verborgenen. Doch was passiert wirklich nach dem Konsum – und wie lange lassen sich Spuren des Wirkstoffs im Blut, Urin oder Haar feststellen? 


In diesem Artikel erfährst du alles zu gängigen Methoden, Drogentests und Analyseverfahren rund um den Nachweis von Iboga. Viel Spaß beim Lesen!

Hinweis: Alle beschriebenen Inhalte basieren auf wissenschaftlichen Quellen oder subjektiven Erfahrungsberichten und sind nicht als Anleitung oder Empfehlung für den Verzehr von Iboga zu verstehen.

Was ist Tabernanthe iboga überhaupt?

Tabernanthe iboga ist ein Strauch aus Westafrika, der vor allem bei der Bwiti-Kultur in Gabun als rituelle Pflanze in Verbindung mit Zeremonien genutzt wird.


In der westlichen Welt erlangte die Wurzelrinde der Iboga-Pflanze Bekanntheit, weil sie Patienten bei unterschiedlichen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Drogensucht oder anderen Abhängigkeiten helfen kann. Für diese positiven Effekte sind ihre suchtbrechenden Eigenschaften und ihre Auswirkungen auf das Neurotransmittersystem verantwortlich.


Zahlreiche Ergebnisse unterschiedlicher Studien belegen die Wirksamkeit der Iboga-Wurzel, dennoch findet ihr Hauptwirkstoff Ibogain bislang nur selten Verwendung bei der Behandlung Betroffener, weil in den meisten Ländern der Welt keine Medikamente mit Ibogain zugelassen sind.

Nachweisbarkeit von Iboga

Der rechtliche Status von Iboga

Während Iboga und Ibogain in Ländern wie Frankreich, Italien und den USA verboten sind, ist die Rechtslage beispielsweise in Deutschland, Gabun oder Mexiko anders: Die Pflanze ist nicht reguliert, das heißt: Kultivierung, Besitz und Einnahme der Pflanze im privaten Bereich sind hier nicht explizit verboten. Die Legalität von Iboga ist somit in Deutschland aktuell nicht eingeschränkt.


Im Rahmen medizinischer und therapeutischer Behandlungen darf Iboga in Deutschland allerdings nicht von Fachpersonal eingesetzt oder verschrieben werden, weil es für die Bestandteile der Pflanze und ihren Wirkstoff Ibogain hierzulande keine Arzneimittelzulassung gibt. 

Wie ist Iboga nachweisbar?

Nachweisbarkeit in Schnelltests

Viele Menschen fragen sich, ob die Einnahme von Iboga oder Ibogain bei einem Drogentest auffallen könnte, etwa bei Verkehrskontrollen, im Job oder bei ärztlichen Untersuchungen. 


Die gute Nachricht: In den gängigen Standardtests wird Ibogain nicht erfasst.


Übliche Drogenscreenings prüfen auf bekannte Drogen wie THC, Kokain, Opiate, Amphetamine oder Benzodiazepine. Ibogain und sein aktives Abbauprodukt Noribogain gehören zu keiner dieser Kategorien und erscheinen daher in diesen Tests nicht.

Nachweisbarkeit von Iboga

Iboga-Nachweise mittels spezieller Analysemethoden

Während gängige Drogentests im Alltag nur auf eine bestimmte Kombination an Substanzgruppen ausgelegt sind, kommen in der wissenschaftlichen Forschung und forensischen Medizin spezialisierte Verfahren zum Einsatz, um Stoffe wie Ibogain oder sein aktives Abbauprodukt Noribogain gezielt nachzuweisen.


Solche toxikologischen Analysen dienen dazu, die Präsenz, Konzentration und Wirkungsdauer eines Stoffes im Körper exakt zu bestimmen. Dafür werden meist Blut-, Urin- oder Haarproben untersucht – je nach Fragestellung und gewünschtem Nachweiszeitraum.


Die gängigsten Methoden sind:


  • Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC):
     Dieses Verfahren trennt die chemischen Bestandteile einer Probe in ihre Einzelkomponenten auf. Dadurch lässt sich genau erkennen, ob und in welcher Menge Ibogain oder Noribogain vorhanden sind.

  • Gaschromatographie mit Massenspektrometrie (GC-MS):
     Ein sehr präzises Verfahren, das Moleküle anhand ihrer Masse identifiziert. Es wird häufig bei forensischen Untersuchungen genutzt, um psychoaktive Substanzen und Legal Highs eindeutig zu bestimmen.

  • Flüssigchromatographie gekoppelt mit Tandem-Massenspektrometrie (LC-MS/MS):
     Die modernste und empfindlichste Methode – sie kann selbst winzige Mengen von Ibogain nachweisen und wird bevorzugt in Forschungsprojekten oder toxikologischen Laboren eingesetzt.

Diese Verfahren sind aufwändig, teuer und werden nicht routinemäßig angewendet. Sie kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn eine gezielte Substanzanalyse erforderlich ist – etwa bei klinischen Studien, Vergiftungsfällen, Dopingverdacht oder wissenschaftlichen Untersuchungen zur Pharmakokinetik von Ibogain.

Nachweisbarkeit von Iboga

Mögliche Nachweisdauer in Haar, Urin oder Blut

Im Körper bleibt Ibogain meist nur kurz nachweisbar: Im Blut etwa ein bis zwei Tage, im Urin bis zu fünf Tage


Ibogain und sein aktiver Metabolit Noribogain können sich längerfristig in der Haarstruktur ablagern und dort, je nach Haarlänge, über Wochen oder sogar Monate nachweisbar bleiben.


Allerdings gibt es bislang nur wenige wissenschaftliche Studien, die sich explizit mit der Haaranalytik von Ibogain beschäftigen. Einige Fachleute gehen davon aus, dass Spuren des Wirkstoffs etwa bis zu 90 Tage nachweisbar sein könnten


Für herkömmliche Drogentests spielt das aber keine Rolle: Ein zufälliger positiver Befund ist praktisch ausgeschlossen, solange nicht explizit nach Ibogain gesucht wird. Gezielte Tests betreffen meist Profisportler, da sich Iboga und sein Wirkstoff Ibogain seit 1989 auf der Dopingliste des Internationalen Olympischen Komitees befinden. 


Das Alkaloid aus der Iboga-Pflanze gehört jedoch nicht zu den Substanzen, die in Standard-Drogentests in Arztpraxen, im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz überprüft werden.

Nachweisbarkeit von Iboga

Fazit

Die Antwort auf die Frage nach dem Nachweis von Iboga bzw. Ibogain durch standardisierte Drogen-Schnelltests ist einfach: Diese Tests erfassen die Substanz nicht; darüber hinaus existiert auch kein einfaches Testverfahren, das dieses Alkaloid schnell nachweisen könnte.


Zum Nachweis des Konsums der Iboga-Pflanze bzw. von Ibogain sind aufwändige und gezielte Analysemethoden nötig, die nur in spezialisierten Laboren durchgeführt werden können.


Wer also mit Iboga Microdosing experimentiert, braucht sich keine Sorgen darum zu machen, dass bei einem Drogentest im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz oder bei einer ärztlichen Untersuchung zufällig der Gebrauch der Iboga-Wurzel auffallen könnte.

Nachweisbarkeit von Iboga

Quellen

  • Kontrimaviciūte V., Larroque M., Briedis V., Bressolle F., Margout-Jantac D. (2005). Quantitation of ibogaine and 12-hydroxyibogamine in human plasma by liquid chromatography with fluorimetric detection. September 2005 Journal of Chromatography B 822(1-2):285-93. doi:10.1016/j.jchromb.2005.06.018


  • Mazoyer C., Carlier J., Boucher A., Péoc'h M., Lemeur C., Gaillard Y. (2013). Fatal case of a 27-year-old male after taking iboga in withdrawal treatment: GC-MS/MS determination of ibogaine and ibogamine in iboga roots and postmortem biological material. J Forensic Sci. 2013 Nov;58(6):1666-72. doi: 10.1111/1556-4029.12250


  • Chèze M., Lenoan A., Deveaux M., Pépin G. (2008). Determination of ibogaine and noribogaine in biological fluids and hair by LC-MS/MS after Tabernanthe iboga abuse. Iboga alkaloids distribution in a drowning death case. Forensic Sci Int. 2008 Mar 21;176(1):58-66. doi: 10.1016/j.forsciint.2007.08.013


Natascha

ist Philologin und Archäologin und fasziniert davon, wie psychedelische Substanzen seit Jahrhunderten die menschliche Kulturgeschichte beeinflussen. Später führte sie ihr Weg ins Psychologiestudium, wo ihre Neugier auf die therapeutischen Möglichkeiten von Psychedelika noch stärker wurde. Heute begeistert sie vor allem die Frage, welches Potenzial diese besonderen Moleküle für Therapien, Wachstum, Selbstentfaltung und die Entwicklung unserer Persönlichkeit bereithalten.