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1Fe-LSD und 1BP-LSD: Unterschiede & Gemeinsamkeiten der beiden LSD-Alternativen

Autor: Natascha

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Lesezeit 5 min

1Fe-LSD und 1BP-LSD gehören zu einer aktuellen Generation von LSD-Derivaten, die insbesondere im Rahmen von Rechtsprechung, Forschung und innerhalb der Psychonautik-Community interessiert betrachtet werden. 


Wie viele ihrer Vorgänger basieren auch diese Forschungschemikalien auf dem bekannten Lysergamid-Grundgerüst, unterscheiden sich jedoch durch spezifische chemische Modifikationen ihrer Seitenketten. Diese strukturellen Feinheiten könnten sowohl Einfluss auf ihre pharmakologischen Eigenschaften als auch auf ihre juristische Einordnung haben.

Erste Erfahrungsberichte sowie theoretische Schlussfolgerungen legen nahe, dass sich sowohl der Wirkverlauf als auch die Verstoffwechselung in Nuancen von klassischem LSD-25 und früheren Derivaten abheben könnten. 


Der folgende Artikel nimmt diese Aspekte genauer unter die Lupe und beleuchtet Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede zwischen 1BP-LSD und 1Fe-LSD, um eine möglichst sachliche Einordnung zu ermöglichen.

Viel Spaß beim Lesen des nachfolgenden Blogbeitrags!


Hinweis: 1BP-LSD und 1Fe-LSD sind nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt. Alle beschriebenen Inhalte basieren auf wissenschaftlichen Quellen oder subjektiven Erfahrungsberichten und sind nicht als Anleitung oder Empfehlung zu verstehen.

Das Katz-und-Maus-Spiel um die LSD-Derivate

Mit dem Inkrafttreten des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) im Jahr 2016 verfolgte die deutsche Drogenpolitik das Bestreben, dem stetigen Auftauchen neuer Research Chemicals effektiver entgegenzutreten. Seitdem werden fortlaufend weitere Substanzen sowie ihre strukturellen Varianten per Verordnung in die jeweiligen Verbotskataloge aufgenommen.


In der praktischen Umsetzung hat sich dieser Ansatz des Bundesgesundheitsministeriums jedoch zunehmend als ein schwer durchschaubares Katz-und-Maus-Spiel zwischen Gesetzgeber und der Psychonautik-Szene herausgestellt.


So wurden in den letzten Jahren zahlreiche LSD-Derivate verboten, darunter unter anderem 1D-LSD, 1V-LSD, 1T-LSD, 1cP-LSD und 1SB-LSD [1]. Nahezu jedes Verbot ging dabei mit dem zeitnahen Auftauchen einer neuen, rechtlich noch zulässigen Variante einher, die den Umgang mit LSD-nahen Substanzen erneut außerhalb strafrechtlicher Konsequenzen ermöglichte. Dieses Wechselspiel prägt die Situation inzwischen seit rund einem Jahrzehnt.

1BP-LSD vs. 1Fe-LSD

Chemische Betrachtung der LSD-Derivate

Was ist 1BP-LSD aus chemischer Perspektive?

Die Abkürzung 1BP-LSD steht für 1-(3-(tetramethyldioxaborolane)propionyl)-LSD. Hinter dieser kompliziert klingenden Bezeichnung verbirgt sich ein modernes LSD-Analogon, das Ende 2025 erstmals die Aufmerksamkeit der Forschungsgemeinschaft auf sich lenken konnte. 


Wie bei zahlreichen, in der Vergangenheit erhältlichen LSD-Derivaten, ist auch bei 1BP-LSD eine zusätzliche Seitenkette über eine Amidbindung am Indolring an das Grundmolekül gekoppelt. 

Das Molekül 1BP-LSD enthält am Indolstickstoff eine Seitengruppe mit einem borhaltigen Heterozyklus. Das bedeutet, dass sich ein Bor-Atom in der Seitenkette befindet.

1BP-LSD vs. 1Fe-LSD
Chemische Strukturformel von 1BP-LSD

Was ist 1Fe-LSD aus chemischer Perspektive?

Die Kurzbezeichnung 1Fe-LSD bezeichnet die Forschungschemikalie 1-(Ferrocencarbonyl)-LSD, eine LSD-Prodrug, die im Dezember 2025 ungefähr zeitgleich mit 1BP-LSD als Nachfolger bereits verbotener LSD-Derivate vorgestellt wurde. 


Wie bei den vorangegangenen und mittlerweile illegalen LSD-Alternativen, ist auch bei 1Fe-LSD eine zusätzliche Seitenkette über eine Amidbindung an das Grundmolekül gebunden. Die Besonderheit bei 1Fe-LSD ist die Anbindung des Metallocens Ferrocen an den Indolring.

Nice to know: Die metallorganische, eisenhaltige Verbindung Ferrocen gilt als Verursacher der auffälligen, orangenen Farbgebung der 1Fe-LSD Pellets, Blotter und Drops.

1BP-LSD vs. 1Fe-LSD
Chemische Strukturformel von 1Fe-LSD

Der Wirkmechanismus von LSD-Analoga

Die Wirkung legaler LSD-Produkte wie 1Fe-LSD, 1BP-LSD, 1D-LSD oder 1S-LSD ähnelt grundlegend den Effekten, welche die illegale Substanz Lysergsäurediethylamid (LSD) auslöst. 

Legale LSD-Alternativen werden gezielt so konzipiert, dass sie im menschlichen Körper als sogenannte Prodrugs wirken. Ihre eigentliche psychoaktive Wirkung entfaltet sich somit erst nach dem Durchlaufen bestimmter metabolischer Prozesse.
Konkret wird das jeweilige LSD-Analogon im Organismus schrittweise zu klassischem LSD umgewandelt und ruft infolgedessen vergleichbare Effekte hervor. 


Zusätzliche molekulare Anhänge in den Seitenketten, wie zum Beispiel das zusätzliche Boratom beim 1BP-LSD oder das Ferrocen beim 1Fe-LSD, müssen zunächst abgespalten werden und können dazu führen, dass der Wirkungseintritt im Vergleich zu LSD-25 leicht verzögert erfolgt. 

Nach abgeschlossener Verstoffwechselung beeinflussen diese Derivate spezifische Rezeptorsysteme im Gehirn. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Aktivierung des 5-HT2A-Serotoninrezeptors, die als maßgeblich für die halluzinogene Wirkung gilt und sich laut Erfahrungsberichten in einem erweiterten Bewusstsein sowie einer psychedelisch veränderten Wahrnehmung äußern kann [2] .
Unter ungünstigen Umständen sind auch subjektiv als belastend empfundene, vorübergehende Erlebnisse möglich, die von Anwendern häufig als sogenannte „Horrortrips“ bezeichnet werden.


Wichtig: Aufgrund der relativen Neuheit der beiden Substanzen fehlen aktuell noch offizielle wissenschaftliche Daten aus den Bereichen Chemie und Toxikologie.

Besonderheiten bei der Dosierung

Bedingt durch die hinzugefügten Gruppen in den Seitenketten verändert sich die molare Masse der beiden LSD-Derivate 1Fe-LSD und 1BP-LSD im Vergleich zum herkömmlichen LSD-25.

Das hat direkte Auswirkungen auf die Dosierung, die Forschende beachten sollten: 


Das LSD-25-Molekül hat eine molare Masse von 323,4 g/mol. 

Das 1BP-LSD-Molekül ist, bedingt durch seine Seitengruppe mit dem borhaltigen Heterozyklus, mit seiner molaren Masse von 609,6 g/mol deutlich schwerer. Um die Wirkung einer 100 µg-Dosis LSD-25 zu erzielen, müssten theoretisch etwa 188 µg 1BP-LSD verwendet werden. Dies bedeutet für Forschende, dass die Dosis von 1BP-LSD um das ca. 1,9-fache erhöht werden muss, um eine ungefähr gleiche Wirkung wie bei LSD zu erzielen.


1Fe-LSD hat eine molare Masse von 535,5 g/mol und ist damit zwar etwas leichter als 1BP-LSD, bedingt durch das als Seitenkette angehängte Ferrocen aber dennoch schwerer als LSD-25. Um die Wirkung einer 100 µg-Dosis LSD-25 zu erzielen, wären ungefähr 165 µg 1Fe-LSD nötig. Ein Psychonaut müsste demnach die 1,65-fache Dosis von 1Fe-LSD nutzen, um eine mit üblichem LSD vergleichbare Wirkung zu erzielen. 

1BP-LSD vs. 1Fe-LSD

Ein Blick auf den Rechtsstatus von 1Fe-LSD & 1BP-LSD

1Fe-LSD und 1BP-LSD sind die beiden aktuell legal verfügbaren LSD-Derivate auf dem deutschen Markt. 

Beide LSD-Alternativen wurden in etwa zeitgleich vorgestellt, nachdem der Gesetzgeber im November 2025 das Verbot von 1S-LSD und 1SB-LSD beschlossen hatte. Diese Novelle des NpSG machte den rechtskonformen Vertrieb der bislang legalen LSD-Versionen seit Dezember 2025 unmöglich. 


Sowohl 1Fe-LSD als auch 1BP-LSD sind nach momentanem Stand (01/2026) in Deutschland legal verfügbar, da sie weder vom Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) noch vom Arzneimittelgesetz oder dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) erfasst werden [3, 4]. 

Beim Nachweis von LSD-Derivaten im Straßenverkehr oder im beruflichen Umfeld könnten unter Umständen dennoch rechtliche Probleme drohen.

1BP-LSD vs. 1Fe-LSD

Fazit: Die Besonderheiten der Research Chemicals

Die Entwicklung von Forschungschemikalien wie 1T-LSD, 1P-LSD, 1BP-LSD oder 1Fe-LSD lässt sich als unmittelbare Folge drogenpolitischer Regulierungsmaßnahmen verstehen [5]. 


Ihre Herstellung folgt dabei dem sogenannten „legal-by-design“-Ansatz: Im Mittelpunkt stehen weniger Kriterien der Pharmakologie oder Fragen der Sicherheit, sondern primär das Ziel, eine Substanz zu schaffen, die sich außerhalb bestehender Verbotsregelungen bewegt.

Um fortlaufend neue, rechtlich noch nicht erfasste Stoffe anbieten zu können, wird das grundlegende Molekülgerüst gezielt modifiziert, ohne die ursprüngliche psychoaktive Wirkung wesentlich zu verändern. Genau diese Vorgehensweise ermöglichte spezialisierten Laboren auch die Entwicklung von 1BP-LSD und 1Fe-LSD.


Immer neue LSD-Derivate wie 1BP-LSD oder 1Fe-LSD eröffnen Psychonautik-Interessierten und anderen Forschenden die Möglichkeit, psychedelische Effekte mit verlässlichen Dosierungen zu erkunden, ohne auf eine verbotene Substanz zurückgreifen und damit strafrechtliche Verfolgung riskieren zu müssen.

1BP-LSD vs. 1Fe-LSD

Quellen

  • [1] Tanaka R., Kawamura M., Mizutani S., Kikura-Hanajiri R. (2023). Identification of LSD analogs, 1cP-AL-LAD, 1cP-MIPLA, 1V-LSD and LSZ in sheet products. Forensic Toxicol. 2023 Jul;41(2):294-303. doi: 10.1007/s11419-023-00661-1.

  • [2] Vargas M. V., Dunlap L. E., Dong C., et al. (2023). Psychedelics promote neuroplasticity through the activation of intracellular 5-HT2A receptors. Science. 2023 Feb 17;379(6633): 700-706. doi: 10.1126/science.adf0435.



  • [5] Brandt S. D., Kavanagh P. V., Gare S., Elliott S. P., Stratford A., Halberstadt A. L. (2025). Analytical and Pharmacological Characterization of 1-(Furan-2-Carbonyl)-LSD (1F-LSD) and Comparison With 1-(Thiophene-2-Carbonyl)-LSD (1T-LSD). Drug Test Analy. 2025 Aug;17(8): 1283-1293. doi: 10.1002/dta.3829.

Natascha

ist Philologin und Archäologin und fasziniert davon, wie psychedelische Substanzen seit Jahrhunderten die menschliche Kulturgeschichte beeinflussen. Später führte sie ihr Weg ins Psychologiestudium, wo ihre Neugier auf die therapeutischen Möglichkeiten von Psychedelika noch stärker wurde. Heute begeistert sie vor allem die Frage, welches Potenzial diese besonderen Moleküle für Therapien, Wachstum, Selbstentfaltung und die Entwicklung unserer Persönlichkeit bereithalten.